Pflegenoten

Die Pflegereform 2008 hat einige wichtige Veränderungen für die Pflege in Deutschland gebracht. Es wurde unter anderem beschlossen, dass die Arbeit aller Pflegeeinrichtungen regelmäßig und ohne Ankündigung nach einheitlichen Regeln geprüft werden soll. Die Prüfungserbebnisse müssen veröffentlicht werden, um die Pflegebedürftigen die Entscheidung darüber wo sie wohnen möchten zu erleichtern. Dazu werden Pflegenoten vergeben.

Es war für Politik und Verbände nicht leicht sich auf ein Verfahren dazu zu einigen. Im Oktober 2009 wurden die Ergebnisse der ersten 1000 Prüfungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Über 700 der geprüften Einrichtungen wurden mit den Gesamtnoten Gut oder Sehr Gut bewertet. Diese Noten sind für einzelne Einrichtungen allerdings weniger aufschlussreich, als die Noten zu den fünf Teilbereichen. Dass im Kernbereich "Medizin und Pflege" deutlich seltener gute Noten vergeben wurden (542 Gut und Sehr Gut) fällt auf. Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDSpfeil), wies darauf hin, dass sich die Bewohnerbefragungen als wenig aussagekräftig erwiesen hätten. Die Noten ausreichend oder mangelhaft seien gar nicht vergeben worden. 98,8 Prozent der Einrichtungen erhielten hier gute Noten. Diese Teilergebnisse böten damit Pflegebedürftigen und Angehörigen kaum Entscheidungshilfe für die Auswahl einer Einrichtung. (Tabelle mit den wichtigsten Zahlen pfeil)
Für die Veröffentlichung der Prüfungsergebnisse einzelner Häuser sind die Landsverbände der Pflegekassen, aber auch die Einrichtungen selbst verantwortlich. Die Pflegekassen wollten noch im Herbst entsprechende Internetseiten gestalten. Am 2.11.09 meldet die Ärztezeitung pfeil, dass mit den ersten Veröffentlichungen im Dezember zu rechnen sei.

"Transparenz in Qualitätsfragen ist für mich ein Patientenrecht. Jeder, der einmal für Angehörige eine Pflegeeinrichtung gesucht hat, weiß wie schwer es ist, die Qualität der angebotenen Leistungen zu vergleichen. Die Qualitätsberichte sind ein erster wichtiger Schritt in Richtung Transparenz."
Wolfgang Zöller, MdB (CSU), Patientenbeauftragte der Bundesregierung

Pressemitteilung des MDS vom 8.10.2009
Neben den Pflegenoten werden auch andere Ideen zur Auswahl einer Pflegeeinrichtung in die Diskussion gebracht.